{"id":461,"date":"2023-09-01T18:14:16","date_gmt":"2023-09-01T18:14:16","guid":{"rendered":"https:\/\/haveldervielfalt.de\/?page_id=461"},"modified":"2023-09-01T18:14:16","modified_gmt":"2023-09-01T18:14:16","slug":"aidshilfe-potsdam","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/haveldervielfalt.de\/?page_id=461","title":{"rendered":"Aidshilfe Potsdam"},"content":{"rendered":"\n<p>Liebe Leute<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind heute hier, um zusammen f\u00fcr ein solidarisches Brandenburg einzustehen. Ich freue mich \u00fcber die zahlreiche Beteiligung und m\u00f6chte euch allen herzlich danken. Eure Pr\u00e4senz heute zeigt, dass Solidarit\u00e4t mehr ist als nur warme Worte. Zusammen solidarisch zu sein bedeutet, aktiv etwas zu tun, um uns gegenseitig zu helfen. Und das so viele queere Menschen und ihre Unterst\u00fctzer*innen hier in Brandenburg Vielfalt sichtbar machen, ist ein wichtiger Akt der Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich vertrete heute die AIDS-Hilfe Potsdam und m\u00f6chte diese Gelegenheit nutzen, um euch zur Solidarit\u00e4t mit Menschen, die mit HIV leben, aufzurufen. Doch was bedeutet Solidarit\u00e4t mit Menschen, die mit HIV leben, im Jahr 2023? Es bedeutet zuallererst, die Realit\u00e4t der medizinischen Fortschritte in Bezug auf HIV und AIDS anzuerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn jemand im Jahr 2023 eine HIV-Diagnose erh\u00e4lt, \u00e4ndert sich eigentlich nicht viel. Die einzige Ver\u00e4nderung besteht darin, dass diese Person jetzt t\u00e4glich eine Tablette einnehmen wird. Diese Medikamente haben in der Regel keine Nebenwirkungen und gew\u00e4hrleisten, dass ein Mensch mit HIV kein Aids bekommt. Menschen, die mit HIV leben, k\u00f6nnen ein genauso langes und gesundes Leben f\u00fchren wie Menschen ohne die Infektion. Dar\u00fcber hinaus sorgen diese Medikamente daf\u00fcr, dass Menschen mit HIV das Virus nicht mehr \u00fcbertragen k\u00f6nnen. Und jetzt nochmal f\u00fcr alle: Die Medikamente sorgen daf\u00fcr, dass Menschen mit HIV das Virus nicht mehr \u00fcbertragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur f\u00fcr HIV-Positive gibt es Fortschritte. Menschen ohne HIV k\u00f6nnen sich mithilfe von PrEP sch\u00fctzen. Doch was ist PrEP? PrEP steht f\u00fcr &#8220;Pr\u00e4-Expositions-Prophylaxe&#8221; und sind HIV-Medikamente, die gesunde Menschen nehmen, um sich vor HIV zu sch\u00fctzen. Bei der AIDS-Hilfe Potsdam k\u00f6nnt ihr euch \u00fcber PrEP informieren. PrEP wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Kondom gibt es heutzutage also 2 weitere M\u00f6glichkeiten, eine HIV Infektion zu verhindern. Mit der PrEP k\u00f6nnen sich gesunde Menschen vor einer HIV Infektion sch\u00fctzen und mit der HIV Therapie sch\u00fctzen Menschen mit HIV Gesunde vor einer \u00dcbertragung. Alle drei Methoden sch\u00fctzen gleich gut vor einer HIV-\u00dcbertragung. Zusammen nennen wir das Safer Sex 3.0<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Aufgabe von uns allen, dieses Wissen zu verbreiten und diesem Wissen zu vertrauen. Denn Unwissen f\u00fchrt zur Stigmatisierung von Menschen mit HIV. Im letzten Jahr hat die Deutsche Aidshilfe eine tolle Kampagne zum Welt Aids Tag gestartet. Leben mit HIV. Anders als<br>du denkst? Unter diesem Motto berichten Menschen mit HIV \u00fcber ihr Leben und dass ihre Infektion sie im Alltag \u00fcberhaupt nicht beeintr\u00e4chtigt. Beeintr\u00e4chtigt werden sie nur durch das Unwissen und die Stigmatisierung durch andere Leute. Z.b. beim Dating. Wie w\u00fcrdet ihr reagieren, wenn einer eurer Sex-Partner von Grindr euch erz\u00e4hlt, dass er HIV positiv ist. W\u00fcrdet ihr ihn zur\u00fcckweisen, weil ihr Angst habt vor einer Infektion, auch wenn diese Angst komplett unbegr\u00fcndet ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Angst vor Stigmatisierung f\u00fchrt dazu, dass viele Menschen sich nicht trauen, einen HIV-Test zu machen. In Brandenburg erfahren deshalb Menschen oft erst sp\u00e4t von ihrer HIV-Infektion. Je sp\u00e4ter jemand von seiner Infektion erf\u00e4hrt, desto h\u00f6her ist das Risiko, dass die Person gesundheitliche Problem als Folge der HIV Infektion bekommt, weil sie keine Medikamente nehmen konnte. Au\u00dferdem besteht ein Risiko, dass die Person andere mit HIV infiziert hat. Was k\u00f6nnen wir tun, um die Bereitschaft zum Testen in Brandenburg zu erh\u00f6hen? Wir k\u00f6nnen die gute Nachricht verbreiten. Je mehr Menschen wissen, dass man mit HIV ein gesundes Leben f\u00fchren kann, solange man Zugang zu Medikamenten hat und nicht mehr ansteckend ist, desto mehr Menschen trauen sich, einen Test zu machen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir die Politik Aufforderung ihre versprechen einzuhalten! Im Koalitionsvertrag der Landesregierung steht, dass HIV-Test- und Beratungsangebote durch freie Tr\u00e4ger wie die Aidshilfen ausgebaut werden sollen. Niedrigschwelliger Zugang zum Tessten ist wichtig, um Menschen zum Testen zu motivieren. Die Beratungsarbeit der Aidshilfen ist unabdingbar, um Wissen zu vermitteln und Stigma abzubauen. Wir wissen jetzt schon, dass wir im n\u00e4chsten Jahr genauso wenig F\u00f6rdergelder bekommen werden wie in den Jahren davor. Im Kontext der Preissteigerung der letzten Jahre, bedeutet das eine effektive K\u00fcrzung der Mittel und kein Ausbau wie im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Ich fordere daher die Politik und Verwaltung auf, sich mit uns zu solidarisieren und ihre Versprechen einzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die \u00c4rztin*innen im Land Brandenburg fordere ich zur Solidarit\u00e4t auf. Denn auch \u00c4rztin*innen reproduzieren falsche Vorstellungen von HIV und AIDS und tragen zur Stigmatisierung bei. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass es im gesamten Land Brandenburg nur eine HIV-Schwerpunktpraxis gibt. Das bedeutet, es gibt nur eine \u00c4rztin in Brandenburg, die die Versorgung von Menschen mit HIV anbietet und auch nur diese eine \u00c4rztin, die PrEP verschreiben kann. Dabei ist es gar nicht schwer, PrEP-Verschreiber*in zu werden. Wenn \u00c4rzt*innen hier im Publikum sind, wendet euch an die AIDS-Hilfe Potsdam oder die Deutsche Aidshilfe und informiert euch, wie ihr PrEP-Verschreiber*in werden k\u00f6nnt. Und ihr, die hier sind, sprecht eure Haus\u00e4rzt*innen darauf an. Wenn sie feststellen, dass die Nachfrage nach PrEP steigt, sind sie auch eher bereit, sich weiterzubilden. Auch fordere ich \u00c4rztin*innen auf, den Zugang zu HIV-Testung zu erleichtern. Jede*r kann von HIV betroffen sein. Leider erleben viele Patienten Abweisung oder peinliche Befragungen, wenn sie ihre \u00c4rztin*innen um einen HIV Test bitten. HIV Tests k\u00f6nnen \u00fcber die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden, trotzdem erleben viele Patienten Zur\u00fcckweisungen, wenn sie bei ihren \u00c4rzten*innen eine Test machen wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt k\u00f6nnt ihr nat\u00fcrlich auch eure Solidarit\u00e4t zeigen in dem ihr euch ehrenamtlich in Aidshilfen engagiert. In Brandenburg gibt es bisher nur zwei Aidshilfen, die Aidshilfe Lausitz in Cottbus und uns, die Aidshilfe Potsdam. Fragt doch einfach mal bei einer der Aidshilfen nach, wie ihr euch einbringen k\u00f6nnt. Wir brauchen immer Unterst\u00fctzer, zum Beispiel bei CSD Veranstaltungen wie heute, da kann jede*r uns unterst\u00fctzen. Es gibt auch die M\u00f6glichkeit, uns bei unserer Pr\u00e4ventionsarbeit in Schulen zu unterst\u00fctzen. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten sich zu engagieren, vielleicht kennen wir einige selber noch nicht, weil ihr euch mit euren Ideen einbringen k\u00f6nnt. Ich freue mich von euch zu h\u00f6ren und w\u00fcnsche euch heute viel Spa\u00df auf dem CSD denn Solidarit\u00e4t zeigen darf und soll auch Spa\u00df bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leute Wir sind heute hier, um zusammen f\u00fcr ein solidarisches Brandenburg einzustehen. Ich freue mich \u00fcber die zahlreiche Beteiligung und m\u00f6chte euch allen herzlich danken. 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