{"id":1300,"date":"2025-05-19T19:26:29","date_gmt":"2025-05-19T18:26:29","guid":{"rendered":"https:\/\/haveldervielfalt.de\/?page_id=1300"},"modified":"2025-05-24T08:46:28","modified_gmt":"2025-05-24T07:46:28","slug":"antifaschistes-jugendforum-brandenburg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/haveldervielfalt.de\/?page_id=1300","title":{"rendered":"Antifaschistes Jugendforum Brandenburg"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Redebeitrag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jugendforum<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsch:<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir anfangen, m\u00fcssen wir etwas klarstellen:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Christopher Street Day in Sch\u00f6nebeck wurde letzten Monat von der Stadt abgebrochen \u2013 mit der grotesken Begr\u00fcndung, er sei \u201enicht politisch genug\u201c. Ein Liebeslied wurde beanstandet. Eine Drag-Moderatorin wurde als unpolitisch bezeichnet. Das ist nicht nur realit\u00e4tsfern \u2013 das ist queerfeindlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Versuch, queere Sichtbarkeit zu entpolitisieren, ist ein Angriff auf unsere Existenz. Wenn queere Liebe nicht politisch sein soll \u2013 was dann? Wenn Drag nicht politisch ist \u2013 was dann? Wir leben in einem Land, in dem Rechte und Reaktion\u00e4re Tag f\u00fcr Tag versuchen, uns zur\u00fcck in die Unsichtbarkeit zu dr\u00e4ngen. In so einem Klima ist jedes \u00f6ffentliche Zeichen von queerer Identit\u00e4t ein Akt des Widerstands.<\/p>\n\n\n\n<p>Der CSD ist kein Karneval, keine harmlose Party. Er ist ein lauter, stolzer Protest gegen ein System, das uns ausschlie\u00dft, pathologisiert und unsichtbar machen will. Dass eine<\/p>\n\n\n\n<p>Stadtverwaltung es wagt, diesen Protest zu delegitimieren, zeigt: Wir sind l\u00e4ngst wieder an einem Punkt, an dem unsere Rechte zur Verhandlungsmasse geworden sind. Und wir sagen: Nicht mit uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden nicht klein beigeben, wir werden nicht \u201eangepasst\u201c oder \u201erespektabler\u201c auftreten, um genehm zu sein. Wir sind hier \u2013 laut, queer, unbequem. Und wir lassen uns nicht sagen, wann oder wie unser Protest politisch genug ist. \u00dcberall auf der Welt beobachten wir denselben be\u00e4ngstigenden Trend: demokratische Grundrechte werden systematisch abgebaut. Ein be\u00e4ngstigendes Beispiel hierf\u00fcr ist die Trump Administration in den USA, die uns au\u00dferdem zeigt, wie schnell sogenannte \u201ewestliche Demokratien\u201c unsichere Orte f\u00fcr uns werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trump und seine kult-\u00e4hnliche Anh\u00e4ngerschaft leugnet trans Menschen gezielt und m\u00f6chte diese endg\u00fcltig aus der Gesellschaft verdr\u00e4ngen. Seit seiner Wiederwahl werden nur noch zwei Geschlechter anerkannt &#8211; m\u00e4nnlich und weiblich. Infolgedessen m\u00fcssen alle Regierungsdokumente, die Geschlechtsidentit\u00e4ten \u2013 abgesehen von Mann und Frau \u2013 auch nur erw\u00e4hnen, gel\u00f6scht werden. Auf der Website der National Park Service wurde nun der Begriff LGBTQ+ zu LGB ersetzt und trans Personen wie Marsha P Johnson und Sylvia Rivera, die beim Stonewall Riot und dem damaligen Kampf f\u00fcr unsere Rechte bedeutende Rollen spielten, werden einfach ausgel\u00f6scht. Ihre Geschichte \u2013 unsere Geschichte \u2013 wird umgeschrieben und verf\u00e4lscht. Das ist eine Kriegserkl\u00e4rung an die trans Community und die ganze queere Community.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist nicht alles. Trump hat das \u201eDiversity, Equity and Inclusion\u201c Programm, das marginalisierte Gruppen sch\u00fctzen soll, abgeschafft. Nun will er auch noch der Hotline f\u00fcr queere Jugendliche mit Suizidgedanken die Finanzierung streichen. Ihnen das Leben mit Gesetzen zu erschweren und ihre Sicherheit in der Gesellschaft und vor Gericht zu nehmen, reicht Trump und seinen faschistoiden Unterst\u00fctzern nicht aus. Wenn trans Menschen nicht anerkannt und ernst genommen werden, k\u00f6nnen sie keine medizinische Versorgung erhalten. Sie werden von Therapien, Hormonbehandlungen und von Schutzr\u00e4umen ausgeschlossen. Der Leidensdruck steigt. Wenn dann \u2013 wie auch in z.B. Ungarn und Russland, oder wie die AfD es in Deutschland gern h\u00e4tte \u2013 Aufkl\u00e4rung verboten werden, verstehen queere Kinder und Jugendliche wom\u00f6glich nicht, warum sie sich in der Gesellschaft fehl am Platz f\u00fchlen. Sie passen nicht in die cis-hetero-normative Gesellschaft und erfahren Ablehnung, aber sie wissen nicht, warum das so ist. Warum sie anders sind und dass mit ihnen nichts falsch ist. Aus dieser Hilflosigkeit und Ablehnung wird Selbsthass. Und das kann t\u00f6dlich enden.<\/p>\n\n\n\n<p>Kinder und Jugendliche, die sich in der cis-hetero-normativen Ordnung nicht wiederfinden BRAUCHEN Informationen, Vorbilder, Anlaufstellen und Sicherheit. Keine Gesetze, die ihnen ihre Identit\u00e4t absprechen und kriminalisieren. Wenn wir trans Kinder nicht sch\u00fctzen, sch\u00fctzen wir niemanden. Denn diese Angriffe betreffen nicht \u201enur\u201c trans Personen. Sie betreffen alle, die nicht ins Weltbild der Rechten passen. Wenn trans Frauen aus Schutzr\u00e4umen ausgeschlossen werden, dauert es nicht lange, bis cis Frauen, die nicht feminin genug wirken, Zielscheibe dieses Hasses werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht um mehr als nur um Identit\u00e4t \u2013 es geht um Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Das alles passiert nicht nur woanders. Friedrich Merz hat Trumps Politik \u00f6ffentlich verteidigt. Und das Selbstbestimmungsgesetz w\u00fcrden CDU\/CSU auch am liebsten wieder abschaffen. Bei der AfD fangen wir erst gar nicht an. Wenn wir ihre ganze queerfeindliche Schei\u00dfe hier aufz\u00e4hlen w\u00fcrden, w\u00e4ren wir morgen noch nicht fertig.<\/p>\n\n\n\n<p>Es geht ihnen immer um den Schutz von Kindern und jungen Menschen, wenn jedoch Schulen wegen rechtsextremen Drohungen schlie\u00dfen m\u00fcssen, ein 17-j\u00e4hriges M\u00e4dchen von einem Neonazi ermordet wird oder ein 21-j\u00e4hriger schwarzer Mann von der Polizei von hinten erschossen wird, bleibt der Aufschrei aus. Diese Doppelmoral ist widerw\u00e4rtig und zeigt ihr wahres Gesicht: es geht ihnen nur um Hass und Hetze.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir stehen heute hier in Solidarit\u00e4t mit all unseren trans Geschwistern und unseren queeren Geschwistern. Besonders mit denen, die zudem noch Teil einer anderen marginalisierten Gruppe sind und deshalb noch mehr zur Zielscheibe werden. Wir lassen nicht zu, dass uns unsere Rechte wieder genommen werden. Unser Kampf um Freiheit ist noch nicht vorbei und wir werden nicht aufgeben. Wir werden laut sein, unbequem sein und nicht schweigen, bis wir frei sind!<\/p>\n\n\n\n<p>Protect Trans Youth!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>English:<\/p>\n\n\n\n<p>Before we start, we need to make something clear:<\/p>\n\n\n\n<p>The Christopher Street Day (name of the German pride events) in Sch\u00f6nebeck was canceled by the city last month &#8211; on the grotesque grounds that it was \u201cnot political enough\u201d. A love song was objected to. A drag presenter was described as apolitical. That&#8217;s not just unrealistic &#8211; it&#8217;s anti-queer.<\/p>\n\n\n\n<p>The attempt to depoliticize queer visibility is an attack on our existence. If queer love is not supposed to be political &#8211; then what is? If drag is not political &#8211; then what is? We live in a country where right-wingers and reactionaries try to push us back into invisibility every day. In such a climate, any public display of queer identity is an act of resistance.<\/p>\n\n\n\n<p>The CSD is not a carnival, not a harmless party. It is a loud, proud protest against a system that excludes us, pathologizes us and wants to make us invisible. The fact that a<\/p>\n\n\n\n<p>city council dares to delegitimize this protest shows that we have long since returned to a point where we are no longer able to stand up for ourselves: We have long since returned to a point where our rights have become a bargaining chip. And we say: Not with us.<\/p>\n\n\n\n<p>We will not back down, we will not appear \u201cadapted\u201d or \u201cmore respectable\u201d in order to be accepted. We are here &#8211; loud, queer, uncomfortable. And we will not be told when or how our protest is political enough. All over the world, we are seeing the same frightening trend: basic democratic rights are being systematically dismantled. A frightening example of this is the Trump administration in the USA, which also shows us how quickly so-called \u201cWestern democracies\u201d can become unsafe places for us.<\/p>\n\n\n\n<p>Trump and his cult-like followers deliberately deny trans people and want to push them out of society for good. Since his re-election, only two genders have been recognized &#8211; male and female. As a result, all government documents that even mention gender identities &#8211; apart from male and female &#8211; must be deleted. On the National Park Service website, the term LGBTQ+ has now been replaced with LGB and trans people like Marsha P Johnson and Sylvia Rivera, who played significant roles in the Stonewall Riot and the fight for our rights at the time, are simply being erased. Their history &#8211; our history &#8211; is being rewritten and distorted. This is a declaration of war on the trans community and the entire queer community.<\/p>\n\n\n\n<p>And that&#8217;s not all. Trump has abolished the \u201cDiversity, Equity and Inclusion\u201d program, which is supposed to protect marginalized groups. Now he also wants to cut funding for the hotline for queer young people with suicidal thoughts. Making their lives more difficult with laws and taking away their safety in society and in court is not enough for Trump and his fascist supporters. If trans people are not recognized and taken seriously, they cannot receive medical care. They are excluded from therapies, hormone treatments and shelters. The level of suffering increases. If sex education is then banned &#8211; as in Hungary and Russia, for example, or as the AfD (\u201cAlternative f\u00fcr Deutschland\u201d, Alternative for Germany \u2013 a right-wing political party) would like in Germany &#8211; queer children and young people may not understand why they feel out of place in society. They don&#8217;t fit into cis-hetero-normative society and experience rejection, but they don&#8217;t know why this is the case. Why they are different and that there is nothing wrong with them. This helplessness and rejection turns into self-hatred. And that can be fatal.<\/p>\n\n\n\n<p>Children and young people who do not find themselves in the cis-hetero-normative order NEED information, role models, contact points and safety. No laws that deny them their identity and criminalize them. If we don&#8217;t protect trans children, we don&#8217;t protect anyone. Because these attacks do not \u201conly\u201d affect trans people. They affect everyone who does not fit into the right-wing world view. If trans women are excluded from safe spaces, it doesn&#8217;t take long for cis women who don&#8217;t appear feminine enough to become the target of this hatred.<\/p>\n\n\n\n<p>It&#8217;s about more than just identity &#8211; it&#8217;s about freedom.<\/p>\n\n\n\n<p>This is not just happening elsewhere. Friedrich Merz (the chancellor of Germany) has publicly defended Trump&#8217;s policies. And the CDU\/CSU (\u201cChristlich-Demokratische Union\/ Christlich-Soziale Union\u201d, Christian democratic union\/ Christian social union \u2013 the conservative political party with Friedrich Merz) would also like to abolish the Selbstbestimmungsgesetz (Self-Identification Act). Let&#8217;s not even start with the AfD. If we were to list all their queer-hostile shit here, we wouldn&#8217;t be finished tomorrow.<\/p>\n\n\n\n<p>They are always concerned with protecting children and young people, but when schools have to close because of right-wing extremist threats, a 17-year-old girl is murdered by a neo-Nazi or a 21-year-old black man is shot in the back by the police, there is no outcry. This double standard is disgusting and shows their true colors: they are only interested in hate and incitement.<\/p>\n\n\n\n<p>We stand here today in solidarity with all our trans siblings and our queer siblings. Especially with those who are also part of another marginalized group and are therefore even more of a target. We will not allow our rights to be taken away from us again. Our fight for freedom is not over and we will not give up. We will be loud, uncomfortable and not silent until we are free!<\/p>\n\n\n\n<p>Protect Trans Youth!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Redebeitrag Jugendforum Deutsch: Bevor wir anfangen, m\u00fcssen wir etwas klarstellen: Der Christopher Street Day in Sch\u00f6nebeck wurde letzten Monat von der Stadt abgebrochen \u2013 mit der grotesken Begr\u00fcndung, er sei \u201enicht politisch genug\u201c. 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